## Kanalspezifische Einstellungen

### Lastart 
Je nach Lastart kann für das Dimmen mit dem dafür geeigneten Verfahren gearbeitet werden. Bei induktiven Lasten nutzt man den Phasenanschnitt, bei kapazitiven Lasten den Phasenabschnitt. 

Über den Parameter *Lastart* kann dies fest vorgegeben werden. Wenn *Lastart* auf den Wert *eingemessene Lastart* parameteriert wird, so wird die angeschlossene Last einmalig bei der Inbetriebnahme (Programmdownload) ermittelt. Zusätzlich durch Setzen des Parameters *Lastart bei Unterspannungsalarm neu einmessen* auf *ja* das Vermessen der Lastart bei jedem Spannungsausfall der 230V Seite erzwingen. 

Mit dem Parameter *LED (Kombination Phasenan-/abschnitt)* kann ein spezieller Betriebsmodus eingestellt werden, der eine Kombination von Phasenan- und Phasenabschnitt darstellt. Im Abschnitt **Stand der Normung** finden Sie rechtliche Hinweise für diesen Betrieb. 

LED Leuchtmittel sind in ihrer Ausprägung oft hoch verschiedenen, selbst innerhalb eines Typen eines Herstellers können chargenbedingte Unterschiede auftreten. Ob nun für diese Leuchtmittel der Phasenabschnitt, Phasenanschnitt oder das kombinierte Verfahren vorteilhafter ist, kann mitunter nur durch Ausprobieren ermittelt werden. 


### Ansteuerkurve 
Die Ansteuerkurve gibt vor, wie das Leuchtmittel im Phasenan-/Phasenabschnittsverfahren angesteuert werden soll, damit das Dimmverhalten des Leuchtmittels möglichst homogen und linear ist.
Meist liefert die Einstellung *Standard* gute Ergebnisse. Diese ist der Standard in vielen marktüblichen Dimmeinheiten. Die Einstellung *Linear* ist nur in Ausnahmefällen ratsam.
Neben der direkten Vorgabe der Ansteuerkurve kann der Enertex KNX HV Dimmer die Charakteristik des Leuchtmittels analysieren. Aus dieser Analyse wird über eine gesonderte Algorithmik eine optimierte Ansteuerkurve ermittelt (Leuchtmittelkorrekturverfahren, Schwachlicht-Stabilisierungs-Verfahren)
Um diese Funktion zu nutzen, muss der Parameter auf *Eingemessene Ansteuerkurve* gestellt werden und das Leuchtmittel eingemessen werden.

Beim Einmessen wird die komplette Ansteuerkurve von 0% bis 100% für die Lampe vermessen. Diese Kurve wird im Gerät gespeichert und ist so lange gültig, bis

* der Kanal neu eingemessen wird, 
* oder ein Werksreset erfolgt,
* oder das Dimmverfahren für den Kanal geändert wird. 

Aus den Messungen errechnet das Gerät folgende Parameter:

* Optimales Dimmverfahren für die angeschlossenen Leuchtmittel
* Optimale Ansteuerung der Helligkeit des Leuchtmittels,
* minimaler und maximaler Ansteuerwert für das Leuchtmittel,
* maximale Leistung des angeschlossenen Leuchtmittels

Dadurch ergibt sich ein homogener Dimmvorgang beim Hoch- und Herunterdimmen der Lampe. Für ein optimales Dimmverhalten wird nach jedem Leuchmitteltausch ein neuer Einmessvorgang empfohlen. 

Eine eingemessene Ansteuerkurve hängt dabei immer vom Leuchtmittel ab und der *Lastart*. Wenn sich eine dieser Abhängigkeiten ändert, muss das Einmessen der Ansteuerkurve neu gestartet werden. Bei einem Ändern der Parameter über die ETS und deren Download erfolgt das Einmessen automatisch. 

Um die Ansteuerkurve bestimmten zu können, muss das Leuchtmittel eine Mindestlast von 500mW bei 100% Helligkeit aufweisen. Falls dies nicht der Fall ist kann nur mit den Kurven ***Standard*** und  ***Linear*** gearbeitet werden.


### Start Einmessen der Ansteuerkurve 

Bei der Gerätefirmware > 1.006 wird das Einmessen der Ansteuerkurve nach einem Programmdownload oder Neustart automatisch initiiert, falls sich davon abhängige Parameter geändert haben oder das Gerät initial in Betrieb genommen wird. 
Alternativ (oder Firmware gleich 1.006) kann es durch Bedienung am Gerät oder über ein Kommunikationsobjekt über den KNX Bus gestartet werden. Dies ist v.a. nach einem Leuchtmitteltausch sinnvoll.

Das Einmessen der Ansteuerkurve kann ohne ETS und weitere Kenntnisse durch Drücken der „DISPLAY“-Taste am Gerät für 10s gestartet werden. 
Das Menü wechselt dazu auf die Commissioning-Seite im Menü und startet den Einmessvorgang für alle 8 Kanäle. Dieser Einmessvorgang dauert hier ca. 5min. Dies kann also bei bereits erfolgter Inbetriebnahme des Geräts erfolgen. Die in der ETS parametrierten Einstellungen, u.a. die Lastart (bzw. das Dimmverfahren) und ggf. parallelgeschaltete Kanäle bleiben berücksichtigt.

Mit dem KO ***Neu einmessen*** des Kanals wird der Einmessvorgang von Lastart und Ansteuerkurve über die Buskommunikation gestartet. Der Fortschritt des Vorgangs wird über das KO ***Status Helligkeit*** ausgegeben. Der Vorgang dauert ca. 5 Minuten. Es können mehrere Kanäle gleichzeitig eingemessen werden.

Das aktuell aktive Dimmverfahren bzw. die Ansteuerkurve für den Kanal können über die KOs ***Rückmeldung aktives Dimmverfahren*** bzw. ***Rückmeldung aktive Ansteuerkurve*** abgefragt werden.
Eine eingemessene Ansteuerkurve ist nur für das zugehörige ermittelte Dimmverfahren für ein bestimmtes Leuchtmittel und den eingestellten Parametern gültig.
Wenn für das Leuchtmittel sich die Lastart und damit das Dimmverfahren ändert, wird die Ansteuerkurve *Standard* verwendet bis ein neuer Einmessvorgang gestartet wird.

Wenn der Eimessvorgang beendet wurde, kann ein normaler Dimmvorgang gestartet werden. Erkennt man, dass z.B. das Leuchtmittel erst bei 10% einschaltet, muss dieser Offset abgeglichen werden (s.u.). 

**Hinweis**

Sie können auf verschiedene Arten erkennen, ob die Ansteuerkurve eingelernt wurde.

* Prüfung für Kanal A mit KO 51 ***Rückmeldung aktives Dimmverfahren*** und KO 51 ***Rückmeldung aktive Ansteuerkurve***, für Kanal B  KO 101 / KO 102, für Kanal C KO 151/ KO 152 usw. 
* Am Gerät über die Seite "Commissioning", dort die Anzeige "Calibration". Ein "x" bedeutet, dass die Kurve des entsprechenden Kanals eingelernt wurde

### Abgleich des min./max. Ansteuerwerts

Zur Feinabstimmung einer eingemessenen Ansteuerkurve kann ein Abgleich des min. und max. Ansteuerwerts durchgeführt werden. 
Der min. bzw. max. Ansteuerwert legt fest, welche Helligkeit das Leuchtmittel bei der Vorgabe von 1% bzw. 100% aufweisen soll. Der min. Abgleich sollte so gewählt werden, dass bei einem Dimmwert von 1% das Leuchtmittel minimal glimmt. Speziell bei minimalen Ansteuerwert leuchten LED Leuchmittel mitunter nicht bei der Vorgabe von 1%. Mit Hilfe der Feinabstimmung kann dies angepasst werden, ohne das die Ansteuerkurve neu vermessen werden muss. 

Dazu kann mit ***Abgleich min. Ansteuerwert(0%)*** und ***Abgleich max. Ansteuerwert(100%)*** für den minmalen und maximalen Dimmwert jeweils ein Offset (mit negativen und positiven Vorzeichen) vorgegeben werden. Dieser sorgt dann dafür, dass beim geringen Dimmwerten das Leuchtmittel in jedem Fall sichtbar leuchtet bzw. im hohen Bereich auch wirklich eine Veränderung der Helligkeit wahrgenommen werden kann. 

Die Ermittlung dieser beiden Parameter kann durch eine interaktive Steuerung des Geräts über die beiden Buttons *Test Abgleich min.* und *Test Abgleich max.* erfolgen.

### Interaktive Feinabstimmung 

Die Interaktive Feinabstimmung ist erst vollständig funktionstüchtig, wenn mindestens einmal die parametrierte Applikation ins Gerät übertragen wurde. Andernfalls sind die im Folgenden erwähnten Buttons im Anschluss an den Parametern ausgegraut.

Mithilfe des Buttons *Test Abgleich min.* wird der eingestellte *Abgleichswert min. Ansteuerwert* direkt ins Gerät übertragen. Der Button ist ausgegraut, wenn das Gerät noch nicht initial in Betrieb genommen wurde. Die Betätigung des Knopfes sorgt dafür, dass der Dimmer die Leuchte auf den minimaler Dimmwert 1% angesteuert und den Offset dabei dauerhaft in das Gerät lädt. Sollte der Wert für den minimalen Abgleich zu hoch sein, sodass beim Einschalten die Lampe bereits zu hell leuchtet, kann der Wert reduziert werden. Auch hier ist der Button *Test Ableich min.* zu betätigen, um die Ansteuerung auf 1% bei dem veränderten Offset zu übernehmen. 
Wenn die Lampe nicht sichtbar leuchet, muss der Wert entsprechend erhöht werden. Dies kann iterativ erfolgen und benötigt niemals einen Download der kompletten Applikation, sondern kann nur über die Betätigung des Knopfes *Test Abgleich min.* schnell verändert werden. Die Parameter sind dabei permanent im Gerät so gespeichert, wie wenn man die Applikation neu überträgt.

Für den maximalen Dimmwert kann in gleicher Weise mit dem Button *Test Abgleich max.* feinjustiert werden, wobei hier entsprechend auf den Dimmwert 100% (maximaler Dimmwert) angesteuert wird.

Mit der interaktiven Feinabstimmung kann also auf einen Download der gesamten Applikation verzichtet werden, um so die Inbetriebnahme zu beschleunigen. Bei einem Download werden aber in jedem Fall die eingestellten Parameter ins Gerät geladen. 


### Spezifische Einstellungen
Das *Einschaltverhalten* legt den *Einschaltwert* fest. Dieser Parameter wird auch in anderen Funktionen wie **Sperrfunktionen** oder **Bitszenen** verwendet. Wenn das Zeitgesteuerte Dimmen freigegeben wurde ist neben *Fester Wert* und *Letzter Wert* auch die Option *Zeitgesteuerter Wert* verfügbar. Der Zeitgesteuerte Wert wird anhand der definierten Zeitpunkte in **Zeitgesteuertes Dimmen** und der aktuellen Uhrzeit bestimmt.

Mit *Dimmbereich begrenzen* kann der Dimmbereich des Kanal eingeschränkt werden. Wenn aktiv wird bei jeder Ansteuerung auf eine Helligkeit kleiner als *Helligkeit Minimal* stattdessen auf diese Minimale Helligkeit gedimmt. Bei *Helligkeit Maximal* analog dazu bei Ansteuerung auf eine Helligkeit größer als der Maximal Helligkeitswert.
Wenn *Dimmbereich begrenzen* *Einschränken* aktiv ist, kann der Kanals mit ***Dimmen Relativ*** nicht mehr Ausgeschalten werden.

Mit *Einschalthelligkeit bei Busspannungswiederkehr* wird parametriert ob und auf welchen Dimmwert die Kanäle nach einem Neustart des Geräts eingeschaltet werden sollen.

Die Statusausgabe eines Dimmvorgangs erfolgt immer am Ende eines Dimmvorgangs. Zusätzlich kann mit *Verhalten Statusausgabe* definiert werden, dass

*	der Status alle X Sekunden während des Dimmvorgangs oder
*	der Status bei jeder Änderung größer als X Prozent gemeldet werden soll.

Wenn *Zyklische Statusausgabe* nicht auf *Aus* parametriert wurde, werden die Statusausgaben beim Start des Geräts und im gewählten Intervall gesendet.


### Stand der Normung: Betriebsmodus LED Kombination Phasenan-/Phasenabschnitt
Der Betriebsmodus *LED (Kombination Phasenan-/abschnitt)* stellt eine Kombination von Phasenan- und Phasenabschnitt dar.
Aufgrund erhöhter Emissionen der Funkstörspannung (9kHz - 30MHz) in diesem Modus ist nur eine Lampenlast von bis zu 100W zulässig.
Zudem sind die Grenzwerte für die maximal zulässigen Oberschwingungsströme (100Hz - 2kHz) für Dimmer in der Norm EN IEC 61000-3-2 festgelegt.
Diese Norm ist bezüglich des Betriebs des Dimmers in diesem Modus nicht eindeutig.
Die durch den kombinierten Modus verursachten harmonischen Oberschwingungen fallen zwar geringer aus, als dies bei nur Phasenanschnitt oder nur Phasenabschnitt der Fall ist.
Allerdings ist dieser kombinierte Modus in der Norm nicht eindeutig erwähnt, weshalb im Zweifel (innerhalb der EU) dieser Modus nicht ohne zusätzliche
Filtermaßnahmen im Niederspannungsnetz anzuwenden ist.
